Dieter Dorn


Dieter Dorn (1938 – 2011)
  Die DORNmethode geht zurück auf die Erkenntnisse von Dieter Dorn (1938 – 2011). Er war Landwirt und Sägewerksbetreiber in Lautrauch (Unterallgäu – zwischen Memmingen und Leutkirch). Aufgrund eines akuten Hexenschusses suchte er im Alter von 35 Jahren einen sogenannten "Knocheneinrenker" auf. Dieser konnte ihm ungewöhnlich schnell helfen, was Dorn's Neugierde entfachte. Auf die Frage, ob Dorn diese Methode lernen könne, antwortete der alte Mann: "Du kannst es." Bald darauf verstarb er. So wie er die Methode verstanden hatte, wandte Dorn sie auch bei seiner Frau an, die jahrelang an Kopfschmerzen litt und der kein Arzt helfen konnte. Dorn gelang es zu seiner eigenen Überraschung, seine Frau von dem jahrelangen Leiden zu befreien. Die Erfolgsgeschichte setzte sich fort. Dorn behandelte bald Menschen von nah und fern und gab seine ersten Seminare. In Zusammenarbeit mit Helmuth Koch bekam die Einrenkmethode einen Namen und es entstand jede Menge Informations- und Schulungsmaterial. Es gelang, sie bis über die Landesgrenzen hinaus zu verbreiten. Die Namensgebung ist 30 Jahre her und hat über 3.000 DORN-Therapeuten und noch mehr DORN-Anwender hervorgebracht.

Lesen Sie hier Dieter Dorn's spannende Erzählung, wie er zu seiner Methode kam, die ersten Selbsthilfeübungen ausprobierte, die Zuordnung zu den Meridianen fand und vieles mehr!

"Am Anfang stand ein Hexenschuss …"
Meine Familie besaß ein Sägewerk und bewirtschaftete einen kleinen Bauernhof. Ich war gerade 35 Jahre alt, da passierte mir im Sägewerk ein Missgeschick, das mein Leben verändern sollte: Ich hob einen Baumstamm ungünstig von der Seite heraus an und verspürte plötzlich einen eigenartigen, leichten Riss im unteren Rücken. Danach konnte ich mich nicht mehr aufrichten.
Mit Mühe schaffte ich es gerade noch, mich bis zum nächsten Sofa zu schleppen. Ich dachte, dass sich die Sache in einer Viertelstunde von selbst lösen würde, doch das war nicht der Fall. Ich kam nicht mehr vom Sofa hoch und musste mich herunterwälzen, auf den Boden legen und brauchte eine Viertelstunde, um Millimeter für Millimeter hochzukommen. "Was nun?", fragte ich mich. "Soll ich zu einem Arzt gehen oder zu einem Einrenker? Oder was soll ich tun?"

Dieter Dorn geht zum "Einrenker"
Zu einem Arzt bin ich damals nicht gegangen, deshalb kann ich nicht sagen, ob ein Mediziner mir hätte helfen können. Möglicherweise wäre eine Bandscheibenoperation herausgekommen. Mir ging es um Zeitersparnis und ich musste an einen Mann denken, den ich 20 Jahre zuvor ausgelacht hatte. Ausgelacht, weil ich Rückenprobleme und die damit verbundenen Schmerzen nicht kannte. Zu diesem Josef Müller, dem Schloss-Bauern in unserem Ort, ließ ich mich bringen. Er sagte zu mir: "Krumm kommen die Leute rein und gerade gehen sie wieder raus." Und tatsächlich: Ich musste mit einem Bein schwingen, während er mir von hinten mit dem Daumen ins Kreuz drückte – und schon war der Schmerz weg. Alles ging ganz schnell. Dieser Josef Müller hatte die Methode vor langer Zeit von einer alten Bäuerin abgeschaut. Einer kleinen einfachen Frau, die zu ihm in die Stallungen gekommen war, um das Vieh einzurichten. Sie hatte auch die Dienstboten behandelt. Seit meiner Jugend hatte Josef Müller ein oder zwei Mal im Monat auch den Leuten aus dem Dorf mit seiner Methode geholfen. Im Anschluss an meine Behandlung fragte ich ihn: "Kann man das lernen?" Da antwortete er: "Du brauchst es nicht zu lernen. Du kannst es." Ich war verdutzt. Und irgendwie reizte mich die Sache. Zum Dank brachte ich ihm noch eine Flasche Wein. Doch zu mehr Kontakt kam es leider nicht, da Josef Müller schwer krank war. Vier Wochen später lag er im Koma und acht Wochen später starb er. Die Methode musste ich mir also vollständig selbst erarbeiten.

Kopfschmerzen bei Dieter Dorn's Frau gelöst
Meine Frau litt damals bereits seit 15 Jahren an Kopfschmerzen. Sie hatte fast alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Ein Professor aus Ravensburg hatte anhand eines Röntgenbildes festgestellt, dass bei ihr zwei Querfortsätze der Wirbel viel zu lang waren. Diese würden auf den Nerv drücken, daher müsse man sie abmeißeln, so die Ansicht des Mediziners. Ich glaube jetzt, dass die Wirbel nur verdreht waren und auf dem Röntgenbild dadurch eine Art optischer Täuschung zu sehen war. Nach der Diagnose des Professors war unser Gefühl damals, dass wir nichts zu verlieren hatten: So sagte ich zu meiner Frau: "Wir machen das jetzt genauso, wie der alte Mann es bei mir gemacht hat." Gesagt - getan: ich habe die zwei Querfortsätze mit den Fingern ertastet und drückte dann vorsichtig dagegen, so dass sie schön gleichmäßig saßen. Es funktionierte … Die Kopfschmerzen waren danach weg!

Einer Nachbarin kann Dieter Dorn ebenfalls helfen
Dann ging es bald los, dass mich Menschen um Hilfe baten. Zwei bis drei Wochen später machten wir uns Sorgen um unsere Nachbarin. Sie war eine alleinstehende Person im Haus nebenan und hatte immer bei uns die Milch geholt. Doch einmal blieb der Platz für ihre Milchkanne leer. Ich sagte zu meiner Frau: "Wir müssen mal nach ihr schauen." Wir gingen hinüber und fanden unsere Nachbarin im Bett liegend. Sie konnte sich nicht mehr rühren und klagte: "Mir tut der ganze Fuß so weh. Ich kann keinen Millimeter mehr gehen." Ich fragte: "Darf ich schauen?" "Ja, gern", antwortete sie. Mich interessierte, was es sein könnte. Der Erfolg bei meiner Frau hatte mich derart angespornt, dass ich dachte, vielleicht auch ihr helfen zu können. Zu meinem Erstaunen sah ich, dass das schmerzende Bein fünf Zentimeter länger war als das andere. Das kann ja nicht normal sein, dachte ich, das muss mit den Schmerzen zusammenhängen. Unsere Nachbarin berichtete dann, dass sie deswegen schon seit einem Jahr bei einem Arzt in Behandlung sei. Die verordneten Spritzen und Bestrahlungen hatten bislang jedoch keinen Erfolg gebracht. Nach meiner Einschätzung war das schmerzende Bein aus der Hüfte herausgerutscht. Aber mir hatte noch niemand gezeigt, wie man Hüftgelenke wieder reinschiebt. Ich dachte mir, wenn die Hüfte ‚rausgeht', muss sie auch wieder ‚reingehen'. So bin ich ganz instinktiv vorgegangen. Ich hob das Bein an und schob es wieder in ihre Hüfte hinein. Und zwar mit einer Bewegung, die das Bein unter natürlichen Umständen auch macht. Nach dieser Übung waren beide Beine gleich lang. Zwei Stunden später rief die Frau aus dem Fenster, sie könne jetzt wieder laufen. Die Schmerzen seien weg und ich solle mir die Sache morgen noch einmal anschauen. Unsere Nachbarin ist danach noch bis ins hohe Alter jeden Tag zur Kirche gegangen, die einen Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Bergrückens lag!

Dieter Dorn behandelt einen humpelnden Bauer
Mein nächster Fall war ein Bauer, den ich nie anders als humpelnd gekannt hatte. Bei ihm war deutlich sichtbar, dass ein Bein länger als das andere war. Wie bei unserer Nachbarin gelang es mir, sein längeres Bein wieder in die Hüfte "einzuhebeln". Drei Wochen später erfuhr ich, dass der Bauer bei Dacharbeiten aus sieben Meter Höhe von einem Gerüst gefallen war. Ich war mir sicher, dass sein Hüftgelenk bei diesem Sturz wieder herausgerutscht war. Aber nichts dergleichen war geschehen: Als er ein Vierteljahr später als Kunde ins Sägewerk kam, zeigte er mir die 40 Zentimeter lange Narbe am Bein. Ein Überbleibsel der Wunde, die er sich beim Sturz zugezogen hatte. Die Narbe befand sich an demselben Bein, das ich behandelt hatte. Doch das von mir korrigierte Gelenk hatte den Sturz unbeschadet überstanden. Das war eine wichtige Information für mich: Das Gelenk war nicht abgenutzt gewesen, denn sonst wäre das Bein aus der Hüfte herausgerutscht. Die Erkenntnis, dass es sich bei solchen Gelenkproblemen nicht so sehr um Abnutzungserscheinungen handelt, sondern dass Gelenke aus ihrem normalen Gelenkspiel herausgerutscht sein können, gab mir viel Mut für mein weiteres Vorgehen.

Dieter Dorn über Selbsthilfeübungen und erstaunliche Wirkungen
Bald entdeckte ich, dass sich Menschen mit Gelenkproblemen auch selbst helfen können. Ich probierte gemeinsam mit Betroffenen aus, ob es möglich war, dass diese ihre Beine selbst in die Hüfte reinhebeln können? Die Versuche gelangen. Das war ein weiterer Fortschritt. Die Genesenden konnten nun das Gelenk mit Übungen nachbehandeln, ohne von mir abhängig zu sein. Erstaunlich war, was meine Wirbelsäulenklienten mir berichteten: "Jetzt sind meine Herzschmerzen weg." "Ich kann wieder besser sehen." Oder: "Der Kleine ist seit der Behandlung kein Bettnässer mehr!" Ich wurde stutzig. Wenn das wirklich so war, dann hieße dies ja, dass alles mit der Wirbelsäule verbunden wäre!

Ich schaute mich nach Literatur um und fand das Werk eines amerikanischen Arztes und Heilers, der über ein Jahrzehnt in China die einheimische Medizin gelernt hatte. Das Buch hieß "Akupunktur ohne Nadeln" von J. V. Czerney. Der Autor bildete unter anderem eine Wirbelsäule ab und stellte den Zusammenhang zu den inneren Organen her. Er beschrieb treffend, wie die Meridiane mit der Wirbelsäule verbunden sind. Wenn zum Beispiel der siebte Halswirbel verschoben ist, kann die große Zehe schmerzen. Für einen Arzt, der davon keine Kenntnis hat, ist es schwer, auf diese Zusammenhänge zu kommen. Vielleicht schaut er nur die schmerzende Zehe an, röntgt sie und gibt eventuell Spritzen. Doch warum sollte er wissen, dass die Ursache des Problems am siebten Halswirbel zu finden ist?

Ich könnte viele Beispiele für die Zusammenhänge von Wirbeln und Organen anführen. Eines der ungewöhnlichsten Beispiele war eine Nonne mit einer Zungenlähmung. Ihr Arzt hatte mich gerufen. Ich drückte den zweiten Halswirbel der Nonne wieder in die richtige Position und im gleichen Moment löste sich die Lähmung und alles war wieder in Ordnung. Ein besonders problematischer Fall war dieser: Eine Frau wurde von ihrem Partner zu mir gebracht. Sie war im fünften Monat schwanger, ihr Kreislauf war zusammengesackt, der Puls kaum fühlbar und sie schien richtig benommen zu sein. Ich wollte sie sofort in ein Krankenhaus schicken. Doch sie sagte, da komme sie gerade her. Sie hatte eine Spritze erhalten und war nach Hause geschickt worden. Ich tastete ihre Verdauungsnerven ab, drückte die Wirbel an der richtigen Stelle hinein und war kaum damit fertig, da übergab sich die Frau. Auf der Heimfahrt ging es ihr bereits erheblich besser. Zwei Tage später kam das Paar noch einmal strahlend zu mir. Folgendes war passiert: Der Magen der Schwangeren hatte nicht gearbeitet, weil die Wirbelnerven, die die Aufgabe hatten, ihn zu versorgen, eingeklemmt waren. Der Magen hatte immer weiter Nahrung aufgenommen, konnte sich aber nicht richtig nach unten ausdehnen, weil das Ungeborene im Bauch den Platz beanspruchte. Daher drückte der Magen nach oben auf Lunge und Herz. Das Herz konnte nun nicht mehr richtig schlagen und deshalb war der Kreislauf zusammengesackt.

Dr. Hansen sucht Dieter Dorn auf
Viele Jahre vergingen. Ich experimentierte, forschte und arbeitete mit der Methode weiter. Dann trat 1985 Dr. Thomas Hansen, früher Chirurg und Orthopäde in Bremen, an mich heran. Er suchte eine ganzheitliche Heilweise. Nur den Körper zu behandeln, genügte ihm nicht mehr. Nachdem er seine Praxis aufgegeben hatte, eröffnete er in Markt Rettenbach (zwischen Memmingen und Kaufbeuren) ein "Haus für Gesundheit". Er hörte von den Leuten im Ort: "Wenn man etwas im Kreuz hat, muss man zum Dorn gehen. Aber der Dorn ist kein Arzt." Das erstaunte ihn so sehr, dass er sehen wollte, wer ich war.

Dr. Hansen – und auch seine Ehefrau – hatten Rückenprobleme. Sie ließen sich von mir behandeln. Anschließend kam Dr. Hansen auf die Idee, Seminare über meine Methode zu veranstalten. Er versorgte mich kistenweise mit medizinischer Literatur und sagte: "Aber Herr Dorn, Sie müssen Fundamente haben. Sonst können Sie sich nicht hinstellen und Seminare geben." Ich war bis dahin der Meinung, dass ich bei den von mir behandelten Menschen auf die Bandscheiben drückte. Erst Dr. Hansen klärte mich auf: Es waren die Dornfortsätze, die ich bewegte! Und mit der Bewegung dieser Dornfortsätze bewegten sich auch die Bandscheiben. So laienhaft hatte ich also "zugegriffen" und trotzdem hatte es funktioniert! Dann kam der erste Seminarversuch und es folgten weitere Seminare. Ich war fast der Meinung, Seminare zu leiten, sei Begabung, so etwas könne man nicht lernen. Erfreulicherweise stellte sich heraus, dass es nicht nur Begabung ist. Zu jeder Veranstaltung kamen einige Leute, die die Methode intuitiv verstanden. Die Methode sprach sich herum und überzeugte mehr und mehr Menschen.

Die Methode von Dieter Dorn erhält einen Namen
Auch der Heilpraktiker Helmuth Koch hatte inzwischen von den Seminaren gehört und diese besucht. Die Methode hatte ihn überzeugt. 1988 fragte er mich schließlich: "Würdest du deinen Namen dafür hergeben?" Ich antwortete ihm, eigentlich könnte ich meinen Namen schon dafür hergeben, denn die Methode sei gewissermaßen von mir. Josef Müller hatte mich damals zwar behandelt, aber lediglich an der Wirbelsäule. Er wusste nicht, wie man ein Bein reinschiebt und hat – so vermute ich – auch nicht mit der Halswirbelsäule gearbeitet. So hatte ich ein gutes Gewissen, als Helmuth Koch die Sache "Methode Dorn" nannte. Aber mir geht es nicht um den Namen und meine Person. Es geht darum, dass die Methode funktioniert und dass sie vielen hilft. Inzwischen bemühen sich zahlreiche Menschen, die Methode durch Seminare weiterzugeben. Die im kleinen regionalen Raum geborene DORNmethode ist schon keine nationale Sache mehr. Sie ist eine internationale Behandlungsmethode geworden!

Dieter Dorn (1938 – 2011)

Quelle: J. Kamphausen Verlag & Distribution GmbH, 33518 Bielefeld